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Illustration: Ein Browserfenster mit Anhänger an der Kopfleiste; ein Crawler-Roboter liest ihn und lässt das Fenster aus der Trefferliste daneben weg.
SEO

noindex: was es tut und wann es das Falsche ist

Von · · 4 Min. Lesezeit Zuletzt aktualisiert am

Die Dankeseite nach dem Kontaktformular dieser Website trägt im <head> genau diese Zeile (abgerufen am 03.10.2026):

<meta name="robots" content="noindex, follow" />

noindex heißt: diese Seite nicht in den Suchergebnissen zeigen. Mehr nicht. Die Seite wird weiter abgerufen, sie darf weiter verlinkt sein, und mit follow (dem Standard, der hier nur ausgeschrieben ist) werden ihre Verweise weiter verfolgt. Für Dateien ohne HTML, ein PDF etwa, steht dieselbe Anweisung als Kopfzeile X-Robots-Tag: noindex in der Serverantwort; wie das konfiguriert wird, steht in X-Robots-Tag.

nofollow ist etwas anderes#

nofollow heißt: den Verweisen auf dieser Seite nicht folgen. Eine Seite mit nofollow darf im Index stehen, eine Seite mit noindex darf verlinken. Die beiden lassen sich kombinieren, aber wer eine Seite aus der Suche nehmen will, will selten zugleich verhindern, dass die internen Verweise darauf noch etwas bewirken.

Ein index gibt es auch. Es ist der Standard und ändert nichts; Google hält fest, dass die ausdrückliche Angabe ohne Auswirkungen bleibt.

Die Falle mit der robots.txt#

Eine Seite, die per robots.txt gesperrt ist, kann trotz noindex in der Suche stehen. Das ist eine Frage der Reihenfolge: Um die Anweisung zu befolgen, muss Google sie lesen. Um sie zu lesen, muss Google die Seite abrufen. Sperrt die robots.txt den Abruf, wird das noindex nie gesehen, und die Adresse kann über einen fremden Verweis trotzdem in den Index geraten, dann ohne Beschreibungstext. Google formuliert es in der Dokumentation direkt: Wird die Seite durch eine robots.txt-Datei blockiert, sieht der Crawler die Regel nicht, und die Seite kann weiterhin in den Suchergebnissen erscheinen.

Richtige Reihenfolge, wenn etwas raus soll: noindex setzen, robots.txt offen lassen, warten, bis die Seite verschwunden ist. Erst danach sperren, falls man das Crawling zusätzlich sparen will.

Wo es hingehört, und wo nicht#

Richtig ist noindex bei Dankeseiten, internen Suchergebnissen, Filter- und Sortiervarianten (wenn ein Canonical die Sache nicht sauber löst), Login- und Kontobereichen und Staging-Umgebungen, dort besser zusammen mit einem Passwortschutz, weil ein vergessenes noindex auf der Live-Seite teurer ist als jeder Crawl.

Falsch ist es in vier Fällen. Wenn die Seite umgezogen ist: Dann gehört dorthin eine 301, keine Sperre; ein noindex wirft die gesammelten Signale weg, eine Weiterleitung überträgt sie. Wenn zwei Seiten dasselbe beantworten: Das ist ein Fall für Zusammenlegen oder ein Canonical. Als Dauerlösung gegen dünne Inhalte: noindex schiebt die Entscheidung nur auf. Und bei einem Canonical, das auf eine Seite mit noindex zeigt: Das sagt zwei Dinge gleichzeitig, das sei das Original und das Original solle nicht aufgenommen werden; das Ergebnis ist unvorhersehbar.

Wie lange es dauert: ein eigener Fall#

In eigener Sache. Am 02.10.2026 habe ich auf dieser Website 32 Beiträge und 10 Werkzeugseiten auf noindex gesetzt, weil sie nicht zu dem gehören, wofür die Domain stehen soll. Am 03.10.2026 um 05:40 UTC zeigte die URL-Inspection der Search Console für die betroffenen alten Adressen noch den Stand vom letzten Crawl: 06.09. für die Werkzeugseiten, 20.08. für die alte Blogübersicht, jeweils „Indexierung zulässig“. Google hatte die Zeile nach einem Tag schlicht noch nicht gelesen. Ein noindex verschwindet erst aus dem Bericht, wenn die Seite wieder besucht wird, und das kann laut Google Monate dauern. Warum, steht in Wie lange dauert die Google-Indexierung?. Ob es inzwischen gegriffen hat, sage ich hier, sobald es so ist, nicht vorher.

Nachsehen, ob es gesetzt ist#

Im Quelltext mit Strg+U nach noindex suchen. Findet sich nichts, kann es als HTTP-Kopfzeile gesetzt sein; curl -sI auf die Adresse zeigt die Antwort des Servers. Verlässlicher ist die URL-Prüfung der Search Console: Sie nennt die Anweisung als Grund, wenn eine Seite deshalb fehlt, und zeigt im Live-Test, ob die aktuelle Fassung das Tag noch trägt, denn die indexierte Fassung kann Wochen alt sein.

Der umgekehrte Fund: ein noindex, das aus der Entwicklungszeit stehen geblieben ist. Bei WordPress steckt der Schalter unter Einstellungen, Lesen („Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“). Er kostet keine Sichtbarkeit, die man vermisst, bis jemand nachsieht.

Stand 03.10.2026. Quellen abgerufen, eigene Seite per curl und URL-Inspection am selben Tag geprüft.

Quellen (3)

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