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KI

GEO-Optimierung für kleine Betriebe: 107 Websites gemessen

Von · · 7 Min. Lesezeit

GEO-Optimierung heißt, dafür zu sorgen, dass ChatGPT, Perplexity, Gemini und die KI-Übersichten der Google-Suche deinen Betrieb nennen, wenn jemand nach deiner Leistung fragt. Der Begriff kommt aus einer Studie von 2023 („GEO: Generative Engine Optimization“, Aggarwal u. a., KDD 2024), die zeigte, dass sich die Sichtbarkeit einer Quelle in KI-Antworten um bis zu 40 % steigern lässt (arXiv 2311.09735). Für einen kleinen Betrieb ist die praktische Frage einfacher: Kann ein KI-System meine Website lesen, und steht dort, was es zitieren könnte?

GEO ist kein zweites SEO mit eigenen Tricks. Google schreibt, eine Seite müsse für einen Link in den KI-Übersichten oder im KI-Modus „indexiert und für die Anzeige in der Google Suche mit einem Snippet geeignet sein“, zusätzliche Dateien oder Auszeichnungen brauche es nicht (Google Search Central, KI-Funktionen und deine Website). Wer bei Google nicht im Index steht, steht auch in den KI-Antworten von Google nicht.

Was 107 Tiroler Betriebs-Websites zeigen#

Am 13.10.2026 hat cyberscale die Startseiten, die robots.txt und die llms.txt von 115 Tiroler Unternehmen abgerufen: Hotels, Praxen, Kanzleien, Handwerk und einige Agenturen, ohne Tourismusverbände. 107 waren erreichbar. Gezählt ist, was im ausgelieferten Text steht, ohne Browser und ohne Skripte. Namen werden nicht genannt.

In eigener Sache: Bei cyberscale gibt es die Messung für den eigenen Betrieb als Paket, mit 20 Kundenfragen in ChatGPT, Perplexity, Gemini und den KI-Übersichten vorher und nachher: KI-Sichtbarkeit 490 € mit Nachmessung.
MerkmalAnzahlvon
robots.txt vorhanden98107
davon sperren einen KI-Crawler vollständig aus (Disallow: /)098
davon nennen einen KI-Crawler überhaupt namentlich698
llms.txt vorhanden16107
strukturierte Daten als JSON-LD auf der Startseite62107
als lokales Unternehmen ausgezeichnet (LocalBusiness oder Unterart)44107
weder als lokales Unternehmen noch als Organisation ausgezeichnet47107

Geprüft wurde für GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, PerplexityBot, ClaudeBot, Google-Extended und CCBot, jeweils mit der Regelgruppe, die für den Crawler gilt: seiner eigenen, wenn es eine gibt, sonst der für alle (*).

Das Ergebnis dreht die übliche Sorge um. Die Tiroler Betriebe sperren KI-Systeme nicht aus; keine einzige der 98 robots.txt tut es. Woran es fehlt, ist das, was ein KI-System lesen könnte: Fast die Hälfte der Startseiten sagt maschinenlesbar nicht einmal, welches Unternehmen hinter ihr steht. Die llms.txt haben 16 Betriebe, zwei davon erzeugt von einem WordPress-Plugin; für Googles KI-Funktionen braucht es laut Google keine solche Datei.

Grenzen der Messung: Gezählt sind nur Startseiten; eine Auszeichnung auf der Kontaktseite fehlt in der Zählung. Ob ein KI-System die Betriebe tatsächlich nennt, misst diese Abfrage nicht. Dafür müsste man die Fragen stellen, und das ist ein eigener Schritt (unten).

Die drei Crawler-Gruppen, und welche du brauchst#

KI-Anbieter schicken verschiedene Crawler für verschiedene Zwecke. Wer sie in einen Topf wirft, sperrt das Falsche.

  • Suche: OAI-SearchBot holt Seiten für die Suchfunktion von ChatGPT. OpenAI schreibt, Websites, die ihn aussperren, würden in den Suchantworten von ChatGPT nicht gezeigt (OpenAI, Overview of OpenAI Crawlers). PerplexityBot dient laut Perplexity dazu, Websites in den Suchergebnissen von Perplexity zu zeigen und zu verlinken, nicht zum Training (Perplexity Crawlers). Diese beiden willst du als Betrieb durchlassen.
  • Training: GPTBot sammelt Inhalte für das Training von Sprachmodellen. Ihn zu sperren heißt laut OpenAI, dass die Inhalte nicht fürs Training verwendet werden sollen; mit der Suche in ChatGPT hat er nichts zu tun. Google-Extended steuert, ob Google Inhalte für Gemini-Modelle und deren Fundierung verwenden darf, und hat laut Google keinen Einfluss auf die Aufnahme in die Google-Suche (Google, Übersicht über Google-Crawler). Sperren oder nicht ist hier eine Entscheidung über deine Inhalte, nicht über deine Sichtbarkeit.
  • Abruf im Auftrag eines Nutzers: ChatGPT-User und Perplexity-User rufen eine Seite ab, wenn ein Nutzer in der Unterhaltung danach fragt. Für sie gilt die robots.txt laut den Anbietern unter Umständen nicht.

Eine robots.txt, die Training ausschließt und Suche erlaubt, sieht so aus:

User-agent: GPTBot
Disallow: /

User-agent: Google-Extended
Disallow: /

User-agent: *
Allow: /

Sitemap: https://www.deinbetrieb.at/sitemap.xml

Wer gar nichts sperren will, braucht keine eigene Zeile für KI-Crawler. Das ist der Zustand der 98 gemessenen Websites.

Was ein Betrieb konkret tun kann#

1. Im Google-Index stehen. Ohne das keine KI-Übersicht. Ob die Seiten aufgenommen sind, zeigt die Search Console; wie man sie einrichtet und die Website bei Google bekannt macht, steht in Website bei Google eintragen.

2. Fakten als Text, nicht im Bild. KI-Systeme zitieren Sätze. „Zimmer ab 120 € pro Nacht mit Frühstück, geöffnet von Mitte Dezember bis Ostern und von Juni bis Oktober“ lässt sich zitieren. Ein Preisblatt als PDF oder ein Bild mit Öffnungszeiten nicht so leicht. Leistungen, Preise, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten und die Antwort auf die drei häufigsten Kundenfragen gehören als Sätze auf die Website.

3. Sagen, wer du bist. Eine Organization- oder LocalBusiness-Auszeichnung mit Name, Adresse, Telefonnummer und den Profilen, die zu dir gehören, macht den Betrieb eindeutig. Google beschreibt die Felder in der Dokumentation zu lokalen Unternehmen. 47 von 107 gemessenen Startseiten fehlt beides.

4. Dieselben Angaben überall. KI-Antworten zu lokalen Fragen stützen sich auf Quellen außerhalb deiner Website: Google-Unternehmensprofil, Verzeichnisse, Tourismusverband, Bewertungsportale. Stehen dort unterschiedliche Adressen oder alte Telefonnummern, ist der Betrieb für eine Maschine nicht eindeutig. Wie man Profil und Verzeichnisse angleicht, steht unter Lokal gefunden werden.

5. Nachfragen, bevor du optimierst. Zehn Fragen, die Kunden wirklich stellen, in ChatGPT mit eingeschalteter Suche und in Perplexity eingeben, mit Ort: „Physiotherapie in Schwaz mit Hausbesuch“, „Tischler im Zillertal für Einbauküchen“. Notieren, ob du genannt wirst, wer stattdessen, und welche Seiten als Quelle verlinkt sind. Das ist der Ausgangspunkt. Ohne ihn lässt sich später nicht sagen, ob sich etwas verändert hat.

Was nicht hilft#

Eine llms.txt als Abkürzung. Die Datei ist ein Vorschlag aus der Community, kein Standard (llmstxt.org). Google schreibt, für die KI-Funktionen brauche es keine neuen Dateien. Schaden tut sie nicht, ersetzen tut sie nichts.

Texte für Maschinen schreiben. Suchbegriffe häufen hat schon in der GEO-Studie nicht gewirkt. Was dort half, waren Belege: Zahlen mit Quelle, Zitate, Verweise. Das sind dieselben Mittel, die einen Text für Menschen glaubwürdig machen.

KI-Crawler pauschal sperren. Wer OAI-SearchBot und PerplexityBot aussperrt, um Training zu verhindern, nimmt sich die Suchantworten. Training regeln GPTBot und Google-Extended.

Versprechen einer garantierten Nennung. Welche Quellen ein KI-System auswählt, entscheidet es bei jeder Frage neu. Messen lässt sich, wie oft du genannt wirst; garantieren lässt es sich nicht.

Häufige Fragen#

Was ist GEO-Optimierung?

Die Arbeit daran, dass KI-Antwortsysteme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini und Googles KI-Übersichten einen Betrieb nennen und verlinken. Die Abkürzung steht für Generative Engine Optimization. Die Grundlage ist dieselbe wie bei SEO, dazu kommen klare Fakten auf der Website und eine robots.txt, die Suchcrawler durchlässt.

Was ist der Unterschied zwischen GEO und SEO?

SEO zielt auf die Plätze in der Trefferliste, GEO auf die Nennung in einer KI-Antwort. In der Praxis überschneidet sich fast alles: Google verlinkt in KI-Übersichten nur indexierte Seiten. Neu ist vor allem die Messung, weil es in KI-Antworten keine festen Positionen gibt.

Wie prüfe ich, ob ChatGPT meinen Betrieb kennt?

Echte Kundenfragen mit Ortsangabe stellen, mit eingeschalteter Websuche, und die genannten Quellen notieren. Dasselbe in Perplexity. Für die organische Ausgangslage bei Google zeigt die Sichtbarkeit geschätzten Verkehr und Positionen einer Domain.

Soll ich GPTBot sperren?

Das ist eine Entscheidung darüber, ob deine Texte für das Training von Sprachmodellen verwendet werden dürfen. Auf die Sichtbarkeit in der Suche von ChatGPT hat das laut OpenAI keinen Einfluss; dafür ist OAI-SearchBot zuständig.

Brauche ich eine llms.txt?

Nein. Sie schadet nicht, aber Google schreibt, für die KI-Funktionen brauche es keine neuen Dateien, und sie ersetzt weder den Index noch klare Fakten auf der Website.

Stand 13.10.2026. Eigene Messung am selben Tag (15:49 bis 15:50 UTC), Dokumentation von Google, OpenAI und Perplexity sowie die Studie an diesem Tag gelesen.

Quellen (9)

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