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Illustration: Illustration: Ein grün leuchtendes Smartphone mit leeren Layoutblöcken und einem großen Anrufknopf, daneben ein Werkzeugkasten mit Hammer und Schraubenschlüssel und eine Kartennadel.
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Website für Handwerker: was sie braucht und was sie kostet

Von · · 9 Min. Lesezeit

Eine Website für einen Handwerksbetrieb hat eine Aufgabe: Wer sie am Handy öffnet, soll in wenigen Sekunden wissen, ob du die Arbeit machst, ob du in seinen Ort kommst und wie er dich erreicht, und dann anrufen. Dafür braucht es keine große Seite. Fünf Seiten reichen, wenn auf ihnen die Leistungen nach Arbeit sortiert stehen, das Einsatzgebiet mit Ortsnamen, echte Fotos aus der Werkstatt, eine Telefonnummer, die man antippt, und ein Impressum, das den Pflichten nach § 5 ECG genügt.

Die meisten Kunden finden einen Handwerker nicht über seine Website, sondern über die Karte bei Google. Wer „Installateur Kufstein“ sucht, sieht zuerst das Kartenfeld mit drei Betrieben, ihren Bewertungen und einem Anrufknopf. Die Website ist die Stelle, auf die dieses Profil verweist, und die Stelle, an der sich entscheidet, ob jemand anruft oder zum nächsten Eintrag wischt. Beides gehört zusammen.

Was auf die Seite gehört#

Die Reihenfolge folgt der Frage des Kunden, nicht dem Organigramm des Betriebs.

  1. Leistungen nach Arbeit, nicht nach Branche. „Badsanierung“, „Heizungstausch“, „Wärmepumpe“, „Rohrbruch“ sind Wörter, nach denen gesucht wird. „Sanitär- und Heizungstechnik“ ist keines. Jede Leistung, die Aufträge bringt, verdient einen eigenen Abschnitt oder eine eigene Seite mit zwei, drei Sätzen und einem Foto.
  2. Das Einsatzgebiet mit Ortsnamen. „Wir arbeiten im ganzen Bezirk“ sagt dem Kunden in Fügen nichts. Eine Zeile mit den Orten, in die du fährst, beantwortet seine zweite Frage und hilft Google, die Seite einem Ort zuzuordnen.
  3. Telefon, antippbar. Die Nummer gehört in den Kopf jeder Seite, als Verweis mit tel:, damit am Handy ein Tippen den Anruf startet. Wer einen Notdienst hat, schreibt das daneben, mit den Zeiten.
  4. Echte Fotos. Arbeiten aus der Region, das Team, der Firmenwagen. Ein Bild aus einer Bildagentur erkennt der Kunde, und es sagt nichts über den Betrieb.
  5. Ein kurzer Weg zur Anfrage. Ein Formular mit Name, Telefon, Ort und einem freien Feld reicht. Wer Fotos vom Schaden anhängen lässt, spart sich oft eine Besichtigung.
  6. Impressum und Datenschutz. Dazu unten mehr, weil gerade Gewerbebetriebe hier mehr angeben müssen, als die meisten wissen.

Wer die Seite nicht selbst bauen will: Eine Website bis fünf Seiten gibt es bei cyberscale für 1.490 € Festpreis, mit SEO im Paket ab 1.790 €. Das ist in eigener Sache; was ein Betrieb anderswo zahlt, steht weiter unten.

Was 183 Tiroler Handwerker-Websites zeigen#

In eigener Sache gemessen: Am 13.10.2026 habe ich die Startseiten von 183 Tiroler Handwerksbetrieben abgerufen. Die Liste stammt aus den Google-Ergebnissen vom 28.09.2026 für Suchanfragen wie „installateur kufstein“, „elektriker innsbruck“, „dachdecker innsbruck“, „malerbetrieb innsbruck“ und „tischlerei hall in tirol“, ohne Branchenverzeichnisse und Portale: Installateure, Elektriker, Dachdecker und Spengler, Maler, Tischler. Je Domain ein Abruf der Startseite über HTTPS (bei Bedarf über www), ein Abruf über HTTP ohne Weiterleitung und eine DNS-Abfrage des DMARC-Eintrags. Keine Unterseiten, keine Formulare, keine Anmeldeversuche. Veröffentlicht werden nur Summen.

166 Startseiten ließen sich über HTTPS auswerten. Fünf lieferten ihre Seite nur unverschlüsselt über HTTP aus, zwölf waren nicht erreichbar, leiteten auf eine fremde Seite oder antworteten mit einem Fehler.

Befund auf der StartseiteAnzahlAnteil
Fürs Handy eingerichtet (meta viewport)163 von 16698 %
Telefonnummer antippbar (tel:-Verweis)116 von 16670 %
Verweis auf ein Impressum erkennbar147 von 16689 %
Strukturierte Daten als lokaler Betrieb (LocalBusiness oder Unterart)39 von 16623 %
Schriften von Google-Servern geladen22 von 16613 %
WordPress erkennbar65 von 16639 %
Google Analytics oder Tag Manager im HTML65 von 16639 %
HTTP leitet nicht auf HTTPS weiter25 von 16615 %
HSTS gesetzt47 von 16628 %
Domain ohne wirksames DMARC (kein Eintrag oder p=none)157 von 18386 %

Drei Dinge fallen auf.

Fast alle Seiten sind fürs Handy gebaut, aber fast jede dritte lässt sich dort nicht anrufen. 50 Startseiten zeigen eine Telefonnummer als Text oder gar nicht, ohne tel:-Verweis. Am Handy heißt das: Nummer markieren, kopieren, in die Telefon-App wechseln. Jeder dieser Zwischenschritte ist eine Gelegenheit, es doch beim nächsten Betrieb zu versuchen.

Nur jede vierte Seite sagt Google maschinenlesbar, dass hier ein lokaler Betrieb mit Adresse steht. Die Auszeichnung LocalBusiness mit Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten ist kein Ranking-Trick, aber sie verbindet die Website mit dem Eintrag auf der Karte. Google beschreibt sie in der Dokumentation zu strukturierten Daten für lokale Unternehmen.

Die E-Mail-Domain ist fast überall offen. 157 der 183 Domains haben keinen DMARC-Eintrag oder einen ohne Wirkung. Jeder kann Mails mit ihrer Absenderadresse verschicken, auch gefälschte Rechnungen an Kunden. Wie das funktioniert und wie man es abstellt, steht in E-Mail-Spoofing; ob die eigene Domain dazugehört, zeigt der E-Mail-Check in ein paar Sekunden.

Die Messung hat Grenzen. Sie sieht nur die Startseite, so wie sie der Server ausliefert; eine Telefonnummer, die erst ein Skript nachlädt, zählt nicht mit. Eine Seite ohne Google-Schriften kann trotzdem andere Dienste vor der Einwilligung laden. Und keine dieser Zahlen sagt, ob eine Seite Aufträge bringt.

Das Impressum eines Gewerbebetriebs#

§ 5 Abs. 1 ECG verlangt von jedem, der eine Website geschäftlich betreibt, Name, Anschrift, Kontaktdaten und gegebenenfalls Firmenbuchnummer und UID. Für Gewerbebetriebe kommen zwei Ziffern dazu, die oft fehlen:

  • Z 5: die Aufsichtsbehörde, soweit die Tätigkeit einer behördlichen Aufsicht unterliegt. Bei einem Gewerbe ist das die Gewerbebehörde, meist die Bezirkshauptmannschaft oder der Magistrat.
  • Z 6: bei Betrieben, die gewerberechtlichen Vorschriften unterliegen, die Kammer, der sie angehören, die Berufsbezeichnung, der Mitgliedstaat, in dem sie verliehen wurde, und ein Hinweis auf die anwendbaren Vorschriften, also in der Regel Wirtschaftskammer, Gewerbe, Österreich und Gewerbeordnung.

Dazu kommt die Offenlegung nach § 25 MedienG. Was im Einzelfall genau hineingehört, beantwortet die Wirtschaftskammer; das hier ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Das Impressum muss „leicht und unmittelbar zugänglich“ sein. Ein Verweis im Fuß jeder Seite mit dem Wort „Impressum“ erfüllt das; ein Impressum, das nur in der Datenschutzerklärung steht, ist schwer zu finden. 19 der 166 gemessenen Startseiten hatten keinen als Impressum erkennbaren Verweis. Manche nennen ihn anders, manche haben keinen.

SEO für Handwerker: gefunden werden im eigenen Ort#

Für einen Betrieb, der im Umkreis von 30 Kilometern arbeitet, ist SEO vor allem lokale Sichtbarkeit. Google nennt drei Faktoren für die Reihenfolge in der Kartenansicht: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die Entfernung kann niemand ändern. Die anderen beiden schon.

  1. Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen. Kategorien, Leistungen, Einsatzgebiet, Öffnungszeiten, Fotos. Das Profil verweist auf die Website.
  2. Dieselben Angaben überall. Name, Adresse und Telefonnummer gleich geschrieben auf der Website, im Profil, bei Herold und WKO Firmen A–Z.
  3. Eine Seite je wichtiger Leistung, mit dem Ort im Text, wo er hingehört. Keine zwanzig Kopien „Installateur Wörgl“, „Installateur Kirchbichl“, „Installateur Kundl“ mit ausgetauschtem Ortsnamen: Google nennt solche Seiten Brückenseiten und wertet sie ab.
  4. Bewertungen erbitten, nach jedem abgeschlossenen Auftrag, mit dem direkten Link zum Profil.
  5. Strukturierte Daten für den Betrieb auf der Website, mit denselben Angaben wie im Profil.

Wer das abgeben will: Das Paket „Lokal gefunden werden“ für 490 € richtet Profil, zehn Verzeichniseinträge und die Auszeichnung ein; der Umfang steht unter Lokal gefunden werden: Google-Profil und Verzeichnisse für 490 €.

Was eine Handwerker-Website kostet#

Österreichische Anbieter nennen für eine Business-Website mit fünf bis sieben Seiten 1.500 bis 6.000 € netto, Freelancer mit WordPress 1.500 bis 4.000 €, dazu laufend rund 25 bis 100 € im Monat. Die Spannen, die Stundensätze und wohin die Stunden gehen, stehen in Was kostet eine Website in Österreich?.

Bei einem Handwerksbetrieb ändern sich Leistungen und Öffnungszeiten selten. Das spricht für eine statisch gebaute Seite, die nach dem Start keine Updates braucht. Ein Content-Management-System lohnt sich, wenn jemand im Betrieb regelmäßig Referenzen oder Neuigkeiten einstellt. Bei 65 der gemessenen Seiten läuft WordPress; die brauchen jeden Monat Updates von Kern, Plugins und Theme, sonst werden sie zum Einfallstor. Was das kostet, steht in Was kostet WordPress-Wartung?.

Was nicht hilft#

Eine Facebook-Seite statt einer Website. Sie läuft nach den Regeln von Meta, nicht nach deinen, und sie zeigt Leistungen, Einsatzgebiet und Fotos nur so, wie die Plattform es vorsieht. Eine Pflicht zum Impressum hat sie trotzdem.

Ortsseiten in Serie. Zwanzig Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, bringen keine Kunden aus diesen Orten, sondern eine Abwertung.

Ein Slider über die halbe Startseite. Er schiebt Leistungen und Telefonnummer am Handy nach unten und macht die Seite langsam. Ein Foto und ein Satz darüber, was du machst, wirken stärker.

Eine Seite, die niemand pflegt. „© 2019“ im Fuß und ein Notdienst, den es nicht mehr gibt, sind schlimmer als keine Angabe. 16 der gemessenen Startseiten nennen im Copyright ein Jahr von 2023 oder früher.

Wenn du es nicht selbst machen willst#

In eigener Sache: cyberscale bin ich, Stefan Haun aus Stummerberg im Zillertal. Eine Website bis fünf Seiten kostet bei mir 1.490 € als Endpreis, mit antippbarer Nummer, Einsatzgebiet, strukturierten Daten und Weiterleitungen von der alten Seite; für Betriebe im Tal und in Tirol steht alles unter Webdesign in Tirol. Website und Google-Unternehmensprofil zusammen gibt es im Paket Start für 1.790 €, die Stückliste unter Website + SEO im Paket.

Häufige Fragen#

Was muss auf eine Handwerker-Website?

Leistungen nach Arbeit sortiert, das Einsatzgebiet mit Ortsnamen, echte Fotos, eine antippbare Telefonnummer, ein einfaches Anfrageformular und ein Impressum nach § 5 ECG mit Kammer, Gewerbebehörde und Hinweis auf die Gewerbeordnung.

Was kostet eine Website für Handwerker?

Österreichische Anbieter nennen für fünf bis sieben Seiten 1.500 bis 6.000 € netto, Freelancer 1.500 bis 4.000 €. Laufend kommen rund 25 bis 100 € im Monat für Hosting, Domain und Wartung dazu.

Brauche ich als Handwerker überhaupt eine Website?

Das Google-Unternehmensprofil bringt die meisten Anrufe, aber es verweist auf eine Website, und dort entscheidet sich, ob jemand anruft. Ohne Website fehlen außerdem Platz für Leistungen, Referenzen und ein Impressum, das du selbst in der Hand hast.

Wie finden Kunden meinen Betrieb bei Google?

Über die Kartenansicht. Google ordnet dort nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Ein vollständiges Unternehmensprofil, gleiche Angaben in Verzeichnissen, eine Seite je Leistung und Bewertungen von echten Kunden helfen; Ortsseiten in Serie nicht.

Reicht ein Baukasten für einen Handwerksbetrieb?

Oft ja, wenn du selbst bauen willst und die Monatsgebühr in Ordnung findest. Wichtig sind antippbare Nummer, vollständiges Impressum und eine eigene Domain, die auf deinen Namen läuft.

Stand 13.10.2026. Messung an diesem Tag ausgeführt; Gesetzestexte am selben Tag im RIS gelesen. Keine Rechtsberatung.

Quellen (7)

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