
GEO und SEO: was Generative Engine Optimization ändert
GEO steht für Generative Engine Optimization: Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Googles Übersichten mit KI sie in ihren Antworten nennen und verlinken. Der Begriff stammt aus einer Studie von 2023, und deren wichtigste Angabe steht nicht in der Zusammenfassung, sondern im Versuchsaufbau: Die getestete KI-Suche holte ihre Quellen zuerst aus der Google-Suche.
GEO ist damit keine zweite Disziplin neben SEO. Eine Seite, die über die klassische Suche nicht gefunden wird, steht gar nicht zur Auswahl. GEO betrifft die Frage, welche der gefundenen Quellen am Ende in der Antwort vorkommt.

Woher der Begriff kommt#
Pranjal Aggarwal und fünf Mitautoren haben im November 2023 die Arbeit „GEO: Generative Engine Optimization“ veröffentlicht, angenommen auf der Konferenz KDD 2024. Der Versuch lief in zwei Schritten: Zu jeder Suchanfrage holte ein Programm die fünf besten Treffer der Google-Suche, danach schrieb GPT-3.5 Turbo aus genau diesen fünf Quellen eine Antwort. Die Forscher veränderten eine der fünf Quellen mit neun Methoden (Zitate einfügen, Statistiken ergänzen, Quellen angeben, flüssiger formulieren, Suchbegriffe häufen und weitere) und maßen, wie viel der Antwort danach aus dieser Quelle stammte. Der Testsatz umfasst 10.000 Suchanfragen.
Drei Ergebnisse sind für die Praxis interessant:
- Belege wirkten, Suchbegriffe nicht. Zitate aus glaubwürdigen Quellen, Statistiken und Quellenangaben machten eine Quelle sichtbarer, die besten Methoden um 41 Prozent gegenüber dem unveränderten Text. Das Häufen von Suchbegriffen zählte zu den Methoden ohne Wirkung und schnitt beim Gegentest mit Perplexity 10 Prozent schlechter ab als der unveränderte Text.
- Weiter unten gerankte Quellen gewannen am meisten. „Quellen angeben“ steigerte die Sichtbarkeit der Quelle auf Platz 5 um 115,1 Prozent; die Quelle auf Platz 1 verlor mit derselben Methode im Schnitt 30,3 Prozent.
- Es ist ein Verteilungskampf. Die Antwort speist sich aus fünf Quellen. Was eine davon gewinnt, fehlt einer anderen.
Was die Studie nicht zeigt#
Das getestete System war ein Nachbau von 2023 mit GPT-3.5 Turbo, weder ChatGPT Search noch Googles KI-Modus in heutiger Form. Beim Gegentest mit Perplexity haben die Forscher die Quelltexte als Dateien hochgeladen, weil sich dort keine Adressen vorgeben ließen; der Schritt, in dem ein System seine Quellen im Netz sucht, fiel damit weg. Und jede gemessene Verbesserung betraf eine Seite, die bereits unter den fünf besten Google-Treffern stand. Über den Weg in diese fünf sagt die Studie nichts, weil er ihre Voraussetzung war. Ob sich die Ergebnisse auf die heutigen Systeme übertragen, lässt sich aus ihr nicht ablesen.
Wo GEO und SEO dasselbe sind#
Google beantwortet die Frage im Leitfaden zu generativen KI-Funktionen: GEO und AEO beschreiben dort Arbeit an der Sichtbarkeit in KI-Suchergebnissen, und „aus Sicht der Google Suche ist die Optimierung für die Suche mit generativer KI eine Optimierung für die Suche insgesamt und damit weiterhin SEO“. Die Voraussetzung: Eine Seite muss indexiert und für die Anzeige mit einem Snippet geeignet sein. OpenAI formuliert es für ChatGPT in der Crawler-Dokumentation von der anderen Seite: Websites, die OAI-SearchBot aussperren, werden in den Suchantworten nicht gezeigt. Erst wird gesucht, dann geantwortet; welche Systeme auf welchen Index zugreifen, steht in In ChatGPT gefunden werden.

Was anders ist: das Ergebnis und seine Messung#
| Merkmal | SEO | GEO |
|---|---|---|
| Was bewertet wird | eine Seite | eine Aussage oder Passage in einer Antwort |
| Was man erreicht | eine Position in einer Trefferliste | eine Nennung oder keine |
| Womit man konkurriert | alle Seiten zur Suchanfrage | die Quellen, die das System für die Antwort abgerufen hat |
| Was die Search Console meldet | Klicks, Impressionen, Position | Impressionen |
Der Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen zählt, wie oft Links auf deine Seite in Übersichten mit KI und im KI-Modus gezeigt wurden, nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum. Eine Position gibt es darin nicht, weil es in einer Antwort keine gibt. Die Studie hat deshalb eigene Messgrößen erfunden: wie viele Wörter der Antwort aus einer Quelle stammen und wie weit oben sie stehen. Das ist die eigentliche Neuerung des Begriffs, eine Antwort auf die Frage, was „sichtbar“ heißt, wenn es keine Liste mehr gibt.
Was nicht hilft#
Suchbegriffe häufen. In der Studie die Methode, die dem alten SEO am nächsten kam, und sie wirkte nicht oder verschlechterte das Ergebnis.
Spezialdateien anlegen, um bei Google aufzutauchen. Google schreibt, dass keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien oder spezielles Markup nötig sind, „da die Google Suche selbst diese nicht verwendet“. Siehe llms.txt.
Strukturierte Daten als KI-Hebel einbauen. Laut Google für die Suche mit generativer KI nicht erforderlich, und es gibt kein spezielles schema.org-Markup dafür. Für die klassischen Suchergebnisse bleiben sie sinnvoll.
Texte in Häppchen zerlegen. Die Systeme erkennen mehrere Themen auf einer Seite und zeigen den passenden Teil.
Ein GEO-Paket kaufen, wenn die Seiten nicht im Index stehen. Google verweist Betreiber, die GEO- oder AEO-Beratung einkaufen wollen, auf seine Hinweise zur Bewertung von SEO-Dienstleistern. Und „GEO“ hat nichts mit lokaler Suche zu tun; für Google Maps braucht ein Betrieb ein bestätigtes Unternehmensprofil, siehe Google-Unternehmensprofil erstellen.
Was zu tun ist#
- Prüfen, ob die Seite im Rennen ist. Indexiert, ohne
noindex, Snippets erlaubt; wie man das nachschlägt, steht in Die URL-Prüfung der Search Console lesen, die technischen Sperren findet das SEO-Audit. - Die Abruf-Crawler zulassen.
OAI-SearchBotund die Crawler der anderen Anbieter dürfen weder in derrobots.txtnoch in einer Firewall hängen bleiben, siehe KI-Crawler blockieren. - Aussagen belegen. Zahlen mit Herkunft, Zitate mit Namen, Verweise auf die Originalquelle. Zitate und Statistiken waren in der Studie die beiden Methoden mit der größten Wirkung, und es sind dieselben Mittel, die einen Text für Menschen glaubwürdig machen.
- Die richtige Zahl beobachten. Im Leistungsbericht die Impressionen je Seite, nicht eine Position, die niemand liefern kann.
Die ersten beiden Punkte sind SEO. Der dritte war es schon immer, nur hat ihn jetzt jemand gemessen.
Stand 03.10.2026. Quellen am selben Tag abgerufen.
Quellen (4)
- Aggarwal u. a., GEO: Generative Engine Optimization (arXiv 2311.09735, KDD 2024): Versuchsaufbau mit den fünf besten Google-Treffern und GPT-3.5 Turbo, 10.000 Suchanfragen, neun Methoden, +41 % für die besten Methoden, +115,1 % für Platz 5 und −30,3 % für Platz 1 bei „Quellen angeben“, Keyword-Häufung bei Perplexity 10 % schlechter
- Google Search Central, Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen: GEO und AEO „weiterhin SEO“, Indexierung und Snippet als Voraussetzung, keine Spezialdateien, strukturierte Daten nicht erforderlich, keine Zerlegung in kleine Abschnitte
- Search Console-Hilfe, Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen: Impressionen für Übersichten mit KI und KI-Modus, Dimensionen Seiten, Länder, Geräte, Datum
- OpenAI, Overview of OpenAI Crawlers: ohne
OAI-SearchBotkeine Anzeige in den Suchantworten von ChatGPT
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